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„Ich möchte auf den Wolken laufen“, sagt das Kind. Wenn es dort ankäme, müsste es jedoch feststellen, dass es nirgends seinen Fuß aufsetzen könnte.


Ähnlich ist es mit unseren Gedanken. Sie erscheinen fest und massiv, doch wenn wir sie näher untersuchen, können wir nichts Greifbares finden.


Dilgo Khyentse

Achtsamkeit als innere Präsenz


Ein traditionelles Bild, was die Herangehensweise von Achtsamkeitspraxis treffend verdeutlicht, ist die Vorstellung von der Schlange, die wenn sie zusammengerollt daliegt, wie ein undurchdringliches Gewirr von Knoten aussieht. Doch wenn sie sich bewegt und davonschlängelt, lösen sich die scheinbaren Knoten ganz von selbst auf.

Die zusammengerollte Schlange entspricht unserem Empfinden von Stress, wenn
die Dinge undurchsichtig, verworren und wie ein einziger unauflöslicher Knoten
von Anforderungen erscheinen. Aus der Freiheit und dem Raum, den die Übungen
der Achtsamkeitspraxis uns geben, kann unser Umgang mit einer Situation wieder fließend und harmonisch werden. Schwierigkeiten können sich lösen wie der Knoten einer zusammengerollten Schlange.

Diese „Lösung“ sieht oftmals anders aus als erwartet. Das klare Erkennen unserer eigenen Lage und der bedingenden Faktoren in einer Situation führt oft zu kreativen Lösungen, die sich ganz unvermutet offenbaren. Diese Erweiterung der Perspektive
ist Ergebnis der Übungen aus der Achtsamkeitspraxis und gleichzeitig Folge eines tiefen inneren Verstehens von Zusammenhängen. Wir können Wege erkennen, die uns vorher verschlossen waren, und wir können Sackgassen erkennen, in denen
wir uns nicht länger verlieren.